Meine Schwester hat mich vor 10 Jahren auf die Idee mit dem Nebenjob als echo Zusteller gebracht. Sie trug damals die sonntags Zeitungen aus. Als ich dann endlich alt genug war wurde mir eine „Mittwochsrunde“ zum Schnuppern angeboten. Kurze Zeit später machte ich mich mit meiner Vespa selber auf den Weg.

Für mich war das der ideale Ausgleich zur Schule – nach so viel Kopfarbeit raus an die frische Luft. Mit meinem Verdienst gönnte ich mir Dinge, die sonst nicht drin gewesen wären. Besonders freute ich mich auf die Weihnachtszeit, da gab es schon mal Schokolade oder ein kleines Trinkgeld. Bis heute bin ich meinem Stammgebiet treu geblieben und übernehme ab und zu Vertretungen.

Natürlich macht das Austragen nicht immer Spaß. Die extremen Minustemperaturen in einem kalten Winter sind nur mit drei Jacken, Skihose und heißem Tee zu überstehen. Auch heute freue ich mich noch auf die Weihnachtszeit und die kleinen Geschenkle von den zufriedenen Lesern. Das gibt dann eine Portion Extraschwung fürs Schieben, Einrollen und Einwerfen.

Julian Libnau, Anzeigenblatt- und Prospektzusteller